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Geradeausstellung der Lenkung nach Kurvenfahrt
Verfasst: 20. Jun 2007, 19:05
von Blackwitch
Hallo Gemeinde, leider hab ich über die Suchfunktion keinen Erfolg gehabt.Deshalb meine Frage: Bei wem stellen sich die Räder seines Spitis nach einer Kurvenfahrt von selbst wieder in die geradeausrichtung. Bei meinem muss ich immer wieder nach einer Rechts- oder Linkslenkung das Lenkrad zurückdrehen.Kann man das etwas über die Einstellung von Spur / Sturz korrigieren bzw. welchen Einfluss hat mehr oder weniger negativer Sturz resp. Spur auf die Fahreigenschaften.Oder liegt es halt an der Radaufhängungs und Lenkungskonstruktion des Spit?? Bei meinem 84ér Mini geht die Lenkung wie ne Servo , absolutes Go-Kartfeeling.Und der techn. Stand ist bei den echten Mini´s auch schon sehr historisch.Wer ist Fahrwerksspezialist und kann mir Info geben
Grüsse aus dem Westerwald
Verfasst: 20. Jun 2007, 19:26
von BigP
Ist die Lenkung leichtgängig? Wenn dies gewährleistet ist und der Sturz passt, tippe ich auf zuwenig Vorspur, d.h. die Räder stehen vorne zu weit auseinander => I---I oder \---/.
Richtig wäre eine leichte /---\ Stellung.
Wie sieht es denn mit dem Geradeauslauf aus? Besch...? Dann trifft meine Vermutung wahrscheinlich zu.
Edit sagt: Komm doch bei Gelegenheit mal nach 51570 Windeck Obernau. Das sind nur 68km von Untershausen aus!

Verfasst: 20. Jun 2007, 20:17
von Dani Senn
Nicht vorhandener Nachlauf kann auch dafür sorgen,dass die Räder nicht in ihre Geradeausstellung gehen.
Verfasst: 20. Jun 2007, 20:48
von superspitchris
Hätte ich auch gesagt,der Nachlaufwinkel ist für die Rückstellung zuständig, nicht die Spureinstellung,allerdings kann man den Nachlauf beim Spiti nicht einstellen
Gruss Chris
Verfasst: 20. Jun 2007, 20:57
von Dani Senn
Doch, kann man, nur kräftig gegen eine Bordsteinkante Donnern

Wohlverstanden im vorher genau definierten Winkel

Spass beiseite, auch zuviel negativer Sturz kann das automatische zurückdrehen der Räder negativ beeinflussen.Sogar die Kurzen Federn sind möglich.
Würde halt die ganze Geometrie Vorne und hinten mal einstellen lassen.
Verfasst: 20. Jun 2007, 23:43
von Blackwitch
Hallo an alle die so schnell geantwortet haben.Da sind viele Dinge die ich vielleicht vergessen habe Euch mitzuteilen. Also, ich habe im letzten Jahr folgende Arbeiten gemacht.Alle Fahrwerkgummibuchsen gegen PU (rote) ersetzt.Neue,rote Koni(classic) eingebaut,kurze Federn, (blau,müssten TT4302 sein,9 Gewindegänge,hab die Federn aus einem Teilekonvolut, welches ich vor einiger Zeit gekauft habe,dabei stehen die Federn mit der Bezeichnung auf einer noch vorhandenen Rechnung,denke das das passt),Bereifung 185/60-13" auf ner Mangelsfelge die eine 6Jx13 ist.(Kennzeichnung befindet sich auf der Inneren Felgenseite und ist nur bei demontiertem Reifen zu lesen).Schwenklager und Nylonbuchsen sind auch neu.Hab die Spur und Sturz nach Werkstattbuch einstellen lassen,weil er immer den Spurrillen hinterher gelaufen ist.Das tut er nicht mehr.Läuft gut gerade aus.Mit den dicken Schlappen ist das schwer zu beurteilen ob die Lenkung leicht geht.Beim fahren würd ich sagen ist OK.Beim rangieren weiss ich warum man Kraftfahrer sagt.Richtig zufrieden bin ich jedoch noch nicht, da man quasi in eine Kurve ein- und auslenken muss.Beim Mini oder anderen Fz. brauch ich nur einlenken.Rauslenken geht von selbst.Die Kugelgelenke an Spurstange und oberen Querlenker sind ebenfalls neu.Also fast alle Teile der Lenkung bis auf die Teile der Lenksäule.Hatte vorher die langen Originalfedern drinne.Die waren scheinbar so ausgelutscht, dass das Auto mit den kurzem Federn nicht tiefer liegt als mit den alten, aber dafür schön straff, nicht hart.Mein Gedächtnis meint das die Lenkung mit den alten Federn etwas,aber nur etwas leichter ging.Das würd bedeuten das Danni vielleicht recht hat dass es die kurzen Federn sind.Vielleicht sollte ich mal bei BigP vorbeischauen.Hätte dann ne Vergleichsmöglichkeit.Bin im Mom etwas ratlos, da ich gerne ne Lenkung wie im Mini hätte, fast wie ne Servo.Vorab schon mal viellen Dank für Eure ratschläge.@BiP ich komme drauf zurück.
Grüsse aus dem nächtlichen WW Bodo
Verfasst: 21. Jun 2007, 09:18
von Reiner
sorry, kann ich überhaupt nicht verstehen: Erst 185er Reifen montieren und dann an der Geometrie rumschrauben lassen, damit das Auto Spurrillen nicht nachfährt???
Wie siehts denn bei heutigen Autos aus? Spurrillen werden durch immer breiter werdende Reifen immer mehr zu Problem. Autos sind heute meist doppelt so schwer wie unsere und haben vielleicht 195er bis 235er Reifen. Das Gewichts/Reifenbreitenverhältnis ist also deutlich verschoben.
Wenn Dein Wagen Spurrillen mit 185er nicht nachläuft ist irgendetwas im Argen. Beispiel von eigenem Auto: VW Lupo fährt mit 155er Winterreifen wie auf Schienen, mit 185er Sommerreifen haste immer min. eine Hand am Lenkrad.
Das Rückstellmoment wird doch heute auch über den negativen Lenkrollradius erzeugt, den der Spiti nicht hat. Im voll eingeschlagenen Zustand verbleibt die Lenkung dort.
Sonst gilt natürlich für die Vorspur \----/ oder I----I macht das Auto agiler oder weniger spurtreu als /----\. Beim Sturz ist's ähnlich, nagativer Sturz agiler als bei neutralem oder positiven Sturz.
Verfasst: 21. Jun 2007, 13:14
von Blackwitch
Hallo Reiner, danke für die Info...Die 185er Schlappen hatte der Wagen schon drauf als ich ihn gekauft habe.Habe nur die anderen Dinge erneuert, sowie die kurzen Federn eingabaut da ich sie eh hier rumliegen hatte und mir die Originalen zu ausgelutscht und schwammig vorkamen.Mein Alltagsauto Vectra-Kombi läuft mit 205er stur gerade aus und lenkt von selbst zurück..ja..ich weiss bei den neueren Fz. kann man mehr wie nur die Spur und Sturz einstellen.Übrigens der Mini (1984er) läuft auch super mit seinen 165erx10" und lenkt auch selbsständig zurück.Wenn ich Deine Info richtig interpretiere könnte ich also eine Besserung mit etwas mehr negativem Sturz erwarten.An der Spur will ich wegen dem guten geradeauslauf bei Spurrillen nix verändern.
Vielen Dank schon mal....werd die Tage mal jeweils 1 Plättchen (=1°mehr negativer Sturz?!) an die Geometrie anbringen,denn das wird eh ne Ausprobiererei und da hat bestimmt keine Reifenfirma die die Geometrie vermessen kann keine Zeit und Lust für bzw. wird der Preis dafür ins unermessliche steigen.
Vielen Dank schon mal...
Grüsse aus dem WW ..Bodo
Verfasst: 21. Jun 2007, 15:16
von Harry
Hi Bodo,
wenn Du den Sturz verändertst, ändert sich auch die Spur!
Is halt nich so einfach mit die Geometrie.
mfG
Harry
PS. Die ET der Felge spielt auch noch mit.
Verfasst: 22. Jun 2007, 13:43
von Blackwitch
hallo harry, und in welche richtung verändert sich die spur??? vermute mal in diese Richtung \ - / oder??Wäre , glaube ich mehr Vorspur und somit etwas agiler. Denke mal wenn es dann das richtige ist..könnte ich immer noch im Notfall bei einem Reifenladen überprüfen lassen ob das alles gleichmässig ist um einen unnötigen Reifenverschleiss vorzubeugen.Ich kann mir denken dass es da eh nur einen Mittelweg geben wird zwischen Geradeauslauf,Selbstzurückstellung der Räder nach Kurvenfahrt und Reifenverschleiss.Oder wie ist das bei der serienmässigen Bereifung bis max. 175er?? Bin am überlegen zurückzurüsten.Sollte aber keiner eine Bestätigung geben können dass das Handling mit Serienfelgen/Reifen besser ist macht das ja auch keinen Sinn. Würd halt gerne wissen ob es da wirklich einen Vorteil bei Serienrädern gibt bzw. ob diese Breiten Reifen wirklich so nachteilig beim Kurvenhandling sind... Hab leider in meinem Umkreis noch keinen gefunden der einen Original-Spit zum Vergleich hat.
Vielen Dank schon mal...
Bodo
Verfasst: 22. Jun 2007, 15:10
von Harry
Hi Bodo,
richtig, wenn Du unten mit den Querlenkern weiter raus gehst, bekommst Du mehr Vorspur. Ausserdem vergrösserst Du die Spreizung.
Nachlauf (Castor - 3-5° pos.)
(Prinzip Teewagenräder)
Durch den Nachlauf werden die Räder gezogen, nicht geschoben. Sie haben das Bestreben, nach der Kurvenfahrt von selbst in Geradeausstellung zurückzugehen und diese Stellung beizubehalten (Rückstellkraft).
Die Rückstellkraft der Räder in Geradeausstellung wird also sowohl durch die Spreizung (King Pin Inclination - 6°- 7,5° ) als auch durch den Nachlauf (Castor - 3-5° pos.) bewirkt.
Man bezeichnet Spreizung und Nachlauf als Rückstellkräfte.
Grosser Nachlauf wirkt richtungsstabilisierend bei hohen Fahrgeschwindigkeiten, ist bei geringen Fahrgeschwindigkeiten jedoch weniger günstig.
Spreizung (King Pin Inclination - 6°- 7,5° )
Die Spreizung hat die Aufgabe mit dem Nachlauf (Castor - 3-5° pos.) die Rückstellkräfte und den Sturz (Camber - 1,5° - 2,2° pos) gelenkter Räder zu bestimmen, und, zusammen mit der Einpresstiefe (Original ET +0.5") der Felgen, den Lenkrollhalbmesser zu beeinflussen.
Die Spreizung bezeichnet den Neigungswinkel der Schwenkachse eines gelenkten Rades oben nach innen. Je größer sie ist, umso mehr wird der Sturz beim Lenken in positiver Richtung beeinflusst. Außerdem nehmen die Rückstellkräfte zu, da der vordere Teil des Fahrzeugs beim Einlenken angehoben wird.
Lenkrollhalbmesser (Steering offset)
Der Lenkrollhalbmessers hat die Aufgabe die Einflüsse von unterschiedlichem Bodenbelag rechts und links auf die Lenkung günstig zu beeinflussen.
Der Lenkrollhalbmesser (Lenkrollradius) ist das Maß, um das die Mitte der Reifenaufstandsfläche von dem Spurpunkt seitlich abweicht. Am Spurpunkt durchstößt die Schwenkachse des Rades die Fahrbahn. Bei negativem Lenkrollradius (Bild) liegt der Spurpunkt außen, bei positivem innen. Dreht sich das Fahrzeug z.B. bei unterschiedlicher Haftung beim Bremsen, so bewirken die unterschiedlichen Kräfte am Rad bei negativem Lenkrollradius ein automatisches Gegenlenken. Er wird deshalb auch spurkorrigierender Lenkrollradius genannt.
Trifft die Schwenkachse die Fahrbahn genau in der Reifenmitte, so ist der Lenkrollradius Null. Bei dieser Auslegung sind die Einflüsse der Fahrbahn auf die Lenkung besonders gering. Moderne Fahrzeuge haben meist einen spurkorrigierenden Lenkrollradius. Dieser sorgt für automatisches Gegenlenken, wenn auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen gebremst wird oder bei diagonaler Bremskreisaufteilung ein Kreis ausfällt.
Der Spitfire hat einen positiven Lenkrollhalbmesser (radius).
mfG
Harry