Sehr interessant. Deckt sich mit meinen Erfahrungen.
Meine Vorgehensweise: Schrauben Muttern Achsteile Motorteile etc werden zunächst entfettet. Ich nehme dazu Silikonentferner ( 5L ca 15-20 Euro) Anschliessend lege ich es in Zitronensäure ( Auf ca 25 % verdünnt ein) Temperatur hilft! Ich giesse es mit Wasser aus dem Wasserkocher auf und schaue dann am nächsten Tag mal rein. Hier löst sich auch die Zinkschicht und auch Lacke lösen sich und lassen sich leichter entfernen. Rost wird auch gelöst, allerdings nicht so massiv. Insbesondere Kalk wird gelöst, Wasserkanäle im Motorblock, Zylinderkopf und wasserführende Anbauteile profitieren davon.
Anschliessend führe ich eine mechanische Lackentfernung durch, was durch die Vorarbeiten ruckzuck erledigt ist ( Mit Drahtbürsten an Flex oder Dremel)
Entrostung von Stark verrosteten Teile geschieht dann mit Salzsäure ( 25%), welche im Baumarkt ohne weiteres zu bekommen ist ( Bauhaus )
Natürlich in abgedeckten Behältern, möglichst draussen wegen der Gasentwicklung.
Anschliessend mit Wasser nachspülen! Achtung: Die Teile fangen nachdem sie blitzeblank sind sehr schnell an zu rosten. Deshalb kommt alles noch einmal in ein Phosphorsäurebad ( 20% und weniger).
Abspülen und trocknen und alles ist schön!
Das meiste lasse ich dann noch galvanisch verzinken, man kann aber prima lackieren.
Auf die Art und weise habe ich schon zentnerweise Altmetall aufbereitet.
Galvanisches Verzinken kostet nicht viel, meist kann man sich das vorherige entrosten sparen.Lack muss aber immer bis auf den letzten Fitzel runter! Vorarbeit führt zu erheblich besseren Ergebnissen. Das Verzinken aller geschweissten Teile wird aber vom TÜV nicht gerne gesehen ( Achsteile ) weil die Nähte durch das eindringen von Wasserstoffionen verspröden sollen. Bei den Nähten an den Spiti-achsteilen mache ich mir aber keine Sorgen weil sie mehr als dick sind und: GAZ Dämpfer sind trotz Schweissraupen auch verzinkt!
Am Ende ist es immer wieder eindrucksvoll, man baut einen rostigen Ölklumpen aus und denkt: Ist nur Schrott,
am Ende hat man ein Neuteil auf der Werkbank, was noch lange halten wird
Peter
Fertan und seine Verwanten
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Re: Fertan und seine Verwanten
Hallo Ölfinger,
ich finde Deinen Bericht auch sehr interessant und Dein Forscherehrgeiz beeindruckt ja auch
! Aber (Gilt auch für Peter): Ihr vergiftet euch. Zu Hause habt Ihr einfach nicht die Möglichkeiten das einatmen von Säurenebeln (bzw. bei der warmen Natronlauge nebelts auch) zu vermeiden. Es müssten entsprechende Atemfilter und Vollschutz(!) getragen werden, oder man arbeitet in ner abgesaugten Handschuhbox. Echt, so schön die Resultate auch sein mögen, man kann nicht guten Gewissens empfehlen mit warmer konzentrierte Natronlauge oder konz. Salzsäure zu arbeiten. (Ausser man ist ausgerüstet wie ein galvanischer Betrieb/Labor inklusive Gefahren-know how) Ihr habt auch bestimmt keine wirklich geigneten Handschuhe usw. Ich selbst habs mal in nem Praktikum geschafft, dass mir unbemerkt Natronlauge in den Handschuh gelaufen ist. Die Haut an der Stelle war dann jahrelang sichtbar kaputt. Ich find das Resultat ist das Risiko nicht wert.
Beste Grüße
Volker
ich finde Deinen Bericht auch sehr interessant und Dein Forscherehrgeiz beeindruckt ja auch
Beste Grüße
Volker
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